Das Kommunalpolitische Forum Berlin und "Feinarbeit - Linke Frauen in Berlin"
laden ein zur Präsentation und Diskussion
Gibt es die „Gläserne Decke“ auch in der Politik?
Datum: 25.10.2010, 19.00 – 21.30 Uhr
Ort: wir sind zu Gast im Erzählsalon von „Rohnstock-Biografien“
Schönhauser Allee Nummer 12 /Ecke Eingang Saarbrücker Straße
http://www.rohnstock-biografien.de/
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns, Sie zu einem spannenden Termin einzuladen,
der die Präsenz und das politische Engagement von Frauen in Berlin näher beleuchten wird.
Wie ist die Lage?
Frauen und Männer sind gleichermaßen an der Verbesserung der Welt interessiert. Sie sind gleichermaßen befähigt, sich in demokratische Prozesse einzubringen und sie erhalten in vielen Parteien inzwischen durch quotierte Listen auch die gleichen Chancen.
Dennoch stellen sich nach einer Sicht auf die reale Präsenz in den Gremien und Teilhabe im demokratischen Prozess viele Fragen, die über das Thema Kinderbetreuung, objektive Chancengleichheit hinaus weisen:
- Warum ist es dennoch so, dass sich viele Frauen nicht in vergleichbare Funktionsebenen wählen lassen?
- Worin liegt es, dass junge Frauen nach anfänglicher Begeisterung sich im politischen Alltag enttäuscht und resigniert abwenden?
- Haben Parteien überhaupt ein Interesse an Frauen mit Karriereabsicht – oder fühlen sich Männer eher bedroht?
- Gibt es auch in der Politik die „Gläserne Decke“ – durch die jene Mehrzahl der Frauen, die an den Wahlkampfständen präsent sind, dann doch nicht stoßen ?
- Wieso gibt es weniger Publikationen von Frauen – ist wirklich schon alles gesagt ?
- Junge und provokante Frauen werden gern genommen – aber was kommt danach, mit Kind, eigener Meinung und weniger Zeit für Kneipe und Konkurrenzgebaren ?
- Wie können Frauen sich selbst und andere unterstützen – im informellen Netzwerk oder beim öffentlichen Auftritt?
Über diese und andere Fragen zum Thema wollen wir mit erfahrenen Politikerinnen, jungen Frauen und natürlich anhand von aktuellen Daten und Darstellungen sprechen und gemeinsam Lösungen und Alltagstipps austauschen.
Wir präsentieren:
1. eine umfassende Analyse der Präsenz von Frauen in den Gremien in Bezirken und im Land in allen Berliner Parteien ( Frau Karoline Killat )
2. eine Präsentation der Auswertung von Umfrageergebnissen von Linken Frauen in Berlin ( Julia Witt )
3. Schlussfolgerungen für die politische Praxis in den Gremien von BVV bis Abgeordnetenhaus ( Julia Witt und Kerstin Liebich, StS IAS )
Moderation: Dagmar Pohle, Bürgermeisterin von Berlin Marzahn-Hellersdorf
Ein kleiner Imbiss und Getränke stehen für den anschließenden Austausch bereit.
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse wecken konnten und Sie unserer Einladung folgen.
Wir bitten Sie, Ihre Anmeldung bis spätestens 20.Oktober 2010 an uns zu übersenden.
Tel.: 030 91 42 69 76 E-Mail: kommunalpolitisches.forum@berlin.de
Feinarbeit-Linke Frauen in Berlin http://www.feinarbeit.blogspot.com/
....es geht nicht nur um Quoten, es geht um die Häfte der Welt ...
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Mittwoch, 6. Oktober 2010
Mittwoch, 18. August 2010
Wie im echten Leben Die meisten Blogs im Netz stammen von Frauen. Doch wenn sie gehört werden wollen, gelten sie als karrieregeil. Artikel aus der TAZ vom 17.08
VON KATRIN STROHMAIER
Das feministische Blog "Mädchenmannschaft" befasst sich u.a. mit der Frage, warum Frauen im Netz scheinbar weniger präsent sind als Männer. Foto: screenshot
Im Netz hätte alles anders werden können: Mehr Gleichbehandlung, eine Loslösung von alten Geschlechterrollen. Doch das Internet ist ein von Männern dominiertes Medium, wie eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen nahelegt: In Deutschland sind 79 Prozent der Männer und nur 65 Prozent der Frauen online. In den "deutschen Blogcharts" befinden sich die wenigen Bloggerinnen, die eine eigene Seite betreiben, auf den hinteren Rängen.
In den Charts landen die Blogs vorn, die am häufigsten verlinkt werden. Das Internet scheint eine aus feministischer Sicht ohnehin schon enttäuschende, männlich dominierte Realität abzubilden. Ende des vergangenen Jahres heizte die deutsche Soziologin und Bloggerin Anne Roth die Debatte um das Geschlechterverhältnis in der Blogosphäre an: Sie stellte fest, dass mit "Mondgras" das erste Blog, das von einer Frau betrieben wird, auf Platz 35 der eben erwähnten Charts auftauchte, zurzeit ist es Platz 46.
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Vor allem aber lässt sich Betreiberin Sarah Kroschel auf ihrer Seite vorwiegend über ihre Kaninchen oder über Freud und Leid bestimmter Maßnahmen zur Gewichtsregulierung aus. Ein Beispiel dafür, was FeministInnen und SozialwissenschaftlerInnen weiblichen Bloggern attestieren: Frauen schreiben demnach seltener als männliche Nutzer für breite Öffentlichkeiten "relevante" Themen wie Politik, Wirtschaft, Technik oder Medien.
Eine Studie der Ruhruniversität Bochum zeigt, dass 75,9 Prozent der Blogs, die Frauen schreiben, reine Tagebuchblogs sind. Bei den Männern sind es dagegen nur 37,1 Prozent. Zu diesem Schluss kommt auch der empirische Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger in seiner Untersuchung "Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggens": "Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen", sagt er. "Das ist das Ergebnis jahrelanger kultureller Prägung." Er nennt das den "langen Arm des Real Life": Tatsachen von außerhalb des Netzes reproduzieren sich auch dort.
Weiterlesen unter
http://www.taz.de/1/netz/netzkultur/artikel/1/wie-im-echten-leben/
Das feministische Blog "Mädchenmannschaft" befasst sich u.a. mit der Frage, warum Frauen im Netz scheinbar weniger präsent sind als Männer. Foto: screenshot
Im Netz hätte alles anders werden können: Mehr Gleichbehandlung, eine Loslösung von alten Geschlechterrollen. Doch das Internet ist ein von Männern dominiertes Medium, wie eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen nahelegt: In Deutschland sind 79 Prozent der Männer und nur 65 Prozent der Frauen online. In den "deutschen Blogcharts" befinden sich die wenigen Bloggerinnen, die eine eigene Seite betreiben, auf den hinteren Rängen.
In den Charts landen die Blogs vorn, die am häufigsten verlinkt werden. Das Internet scheint eine aus feministischer Sicht ohnehin schon enttäuschende, männlich dominierte Realität abzubilden. Ende des vergangenen Jahres heizte die deutsche Soziologin und Bloggerin Anne Roth die Debatte um das Geschlechterverhältnis in der Blogosphäre an: Sie stellte fest, dass mit "Mondgras" das erste Blog, das von einer Frau betrieben wird, auf Platz 35 der eben erwähnten Charts auftauchte, zurzeit ist es Platz 46.
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Vor allem aber lässt sich Betreiberin Sarah Kroschel auf ihrer Seite vorwiegend über ihre Kaninchen oder über Freud und Leid bestimmter Maßnahmen zur Gewichtsregulierung aus. Ein Beispiel dafür, was FeministInnen und SozialwissenschaftlerInnen weiblichen Bloggern attestieren: Frauen schreiben demnach seltener als männliche Nutzer für breite Öffentlichkeiten "relevante" Themen wie Politik, Wirtschaft, Technik oder Medien.
Eine Studie der Ruhruniversität Bochum zeigt, dass 75,9 Prozent der Blogs, die Frauen schreiben, reine Tagebuchblogs sind. Bei den Männern sind es dagegen nur 37,1 Prozent. Zu diesem Schluss kommt auch der empirische Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger in seiner Untersuchung "Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggens": "Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen", sagt er. "Das ist das Ergebnis jahrelanger kultureller Prägung." Er nennt das den "langen Arm des Real Life": Tatsachen von außerhalb des Netzes reproduzieren sich auch dort.
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