AVIVA-Redaktion
Frauen haben auf Internet-Kreditmärkten mindestens so gute Kreditchancen wie Männer – oft sogar bessere. Im Gegensatz dazu werden Frauen als Geschäftskundinnen von Banken noch immer diskriminiert: Ihre Chancen auf einen Kredit sind geringer als die von Männern, die Konditionen oft deutlich schlechter.
Unter den GeschäftskundInnen einer Bank sind Unternehmerinnen und Gründerinnen im Regelfall eine Minderheit. Wissenschaftliche Studien, wie "Entrepreneurs` gender and financial constraints: Evidence from international data" von 2009, zeigen für Unternehmerinnen oft eine im Vergleich zu männlichen Unternehmern geringere Wahrscheinlichkeit für eine Kreditzusage oder höhere Kreditkosten. Die Untersuchungen belegen, dass Banken von Frauen einen höheren Zins oder mehr Sicherheiten als von Männern verlangen, obwohl keine Unterschiede bei den üblichen Einflussgrößen auf die Kreditkonditionen – wie zum Beispiel beim geschätzten Ausfallrisiko – feststellbar sind. Eine neue Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt jetzt, dass innovative Kreditmärkte, beispielsweise im Internet, diese traditionelle Diskriminierung überwinden können.
Internet-Kreditplattformen und deren Nutzung
2005 wurde in Großbritannien die erste Internet-Kreditplattform gegründet. Seitdem sind weltweit Dutzende solcher Plattformen entstanden, die zusammen ein Kreditvolumen von etwa einer Milliarde Dollar bewegen. "Im Vergleich zu traditionellen Kreditmärkten ist das natürlich sehr bescheiden", sagt DIW-Finanzexpertin Nataliya Barasinska. "Aber diese so genannten Peer-to-Peer-Netzwerke haben Vorteile für beide Seiten – KreditnehmerInnen und KreditgeberInnen. Und sie werden immer beliebter."
Für ihre Untersuchung "Verbessern Internet-Kreditmärkte den Kreditzugang für Unternehmerinnen?" haben Dorothea Schäfer und Nataliya Barasinska die Vergabe von Geschäftskrediten bei smava analysiert, der größten deutschen Kreditplattform im Internet. Die Mehrheit der dort vermittelten Kredite dient Konsumzwecken wie der Anschaffung von Gebrauchsgütern oder Einrichtungsgegenständen. Dennoch wird die Plattform auch von UnternehmerInnen und GründerInnen benutzt, um Geschäftskredite aufzunehmen. Zwar sind Geschäftskredite auf innovativen Kreditmärkten noch in der Minderheit, trotzdem werden auf smava im Schnitt 44 Geschäftskredite pro Monat vermittelt. Und dabei haben Frauen oft bessere Karten als Männer.
Frauen sind im Internet kreditwürdiger als Männer
"Wir haben alle für die Kreditvergabe relevanten Faktoren untersucht", erklärt Nataliya Barasinska. Alter, Beschäftigung, Bundesland, Geschlecht und Schufa-Klasse sind auf den Internet-Kreditmärkten für alle potenziellen KreditgeberInnen einsehbar. Alle diese Faktoren spielen also potenziell eine Rolle bei der Kreditvergabe. Das Ergebnis ist eindeutig: Über alle Schufa-Klassen hinweg haben Frauen etwas bessere Chancen als Männer, einen Geschäftskredit zu erhalten. Besonders stark ist dieser Effekt bei höheren Summen jenseits von 10.000 Euro. Der geschlechtsspezifische Unterschied in der Finanzierungschance des Kreditgesuchs ist umso höher, je größer der erwünschte Kreditbetrag ist. Hierfür wäre als Erklärung zum Beispiel denkbar, dass Frauen von Anlegerinnen bei der Kreditvergabe bevorzugt werden. Jedoch machen Anlegerinnen nur zehn Prozent aller InvestorInnen aus, und es gibt keine Kredite, die ausschließlich durch Frauen finanziert wurden.
Internet-Kreditmärkte stehen im Gegensatz zum klassischen Kredit
Offensichtlich schenken KreditgeberInnen auf Internet-Plattformen Frauen mehr Vertrauen, als das bei den Banken der Fall ist. Dieses Ergebnis steht im klaren Gegensatz zu den Befunden der Studien über die Kreditvergabe im klassischen Bankgeschäft. Sie zeigen, dass Banken bei GeschäftskundInnen zu einer Diskriminierung von Frauen neigen. "Die Ursachen dafür können in geschlechtsspezifischen Klischees liegen", sagt Nataliya Barasinska. "Viele glauben wohl noch immer, dass Frauen schlechtere unternehmerische Fähigkeiten haben." Auf Internet-Kreditmärkten würden diese Klischees offenkundig keine Rolle mehr spielen.
www.diw.de
....es geht nicht nur um Quoten, es geht um die Häfte der Welt ...
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Montag, 16. August 2010
Donnerstag, 12. August 2010
12.08. Umfrage: Familie stoppt Frauen-Karrieren
Kinder sind für Frauen einer Emnid-Studie zufolge nach wie vor die entscheidende Karrierebremse.
Kinder sind für Frauen einer Studie zufolge nach wie vor die entscheidende Karrierebremse. Jede zweite Frau hat demnach wegen der Familie mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern müssen, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag mitteilte.
Für die Gütersloher Stiftung hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid rund 500 Frauen interviewt. Die Befragung war Teil einer repräsentativen Studie mit insgesamt rund 1000 Männern und Frauen. Zu wenig Förderung am Arbeitsplatz oder mangelnde berufliche Qualifikation nannte hingegen nur jede vierte Frau als Karrierehindernis. 60 Prozent halten eine Frauenquote in den Betrieben für sinnvoll.
Laut der repräsentativen Umfrage sind fast 90 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass vor allem Frauen durch die Familie im Beruf benachteiligt sind. Mehr als zwei Drittel glauben, dass männliche Führungskräfte Frauen ausgrenzen. Die oft behauptete mangelnde Durchsetzungsfähigkeit von Frauen im Job scheint dagegen kein Thema zu sein. 80 Prozent der Befragten halten Frauen für genauso durchsetzungsstark und 60 Prozent sogar für gleichermaßen machtbewusst wie Männer.
Bei der Beurteilung der beruflichen Chancen von Frauen gibt es große Unterschiede zwischen den Generationen. Während drei Viertel der 50- bis 60-Jährigen nicht glauben, dass in Deutschland Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, Karriere zu machen, sind junge Menschen deutlich optimistischer. Für fast die Hälfte der 16- bis 29- Jährigen sind die beruflichen Möglichkeiten zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt. Damit Frauen bessere Chancen haben, halten knapp 80 Prozent der Befragten die gezielte Förderung durch Vorgesetzte für geeignet. Rund 60 Prozent setzen auf eine bessere Ausbildung und Qualifizierung. Auf die Unterstützung durch den Partner baut jede zweite Frau. Für eine Frauenquote in Unternehmen und Organisationen plädieren 60 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer.
Kinder sind für Frauen einer Studie zufolge nach wie vor die entscheidende Karrierebremse. Jede zweite Frau hat demnach wegen der Familie mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern müssen, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag mitteilte.
Für die Gütersloher Stiftung hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid rund 500 Frauen interviewt. Die Befragung war Teil einer repräsentativen Studie mit insgesamt rund 1000 Männern und Frauen. Zu wenig Förderung am Arbeitsplatz oder mangelnde berufliche Qualifikation nannte hingegen nur jede vierte Frau als Karrierehindernis. 60 Prozent halten eine Frauenquote in den Betrieben für sinnvoll.
Laut der repräsentativen Umfrage sind fast 90 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass vor allem Frauen durch die Familie im Beruf benachteiligt sind. Mehr als zwei Drittel glauben, dass männliche Führungskräfte Frauen ausgrenzen. Die oft behauptete mangelnde Durchsetzungsfähigkeit von Frauen im Job scheint dagegen kein Thema zu sein. 80 Prozent der Befragten halten Frauen für genauso durchsetzungsstark und 60 Prozent sogar für gleichermaßen machtbewusst wie Männer.
Bei der Beurteilung der beruflichen Chancen von Frauen gibt es große Unterschiede zwischen den Generationen. Während drei Viertel der 50- bis 60-Jährigen nicht glauben, dass in Deutschland Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, Karriere zu machen, sind junge Menschen deutlich optimistischer. Für fast die Hälfte der 16- bis 29- Jährigen sind die beruflichen Möglichkeiten zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt. Damit Frauen bessere Chancen haben, halten knapp 80 Prozent der Befragten die gezielte Förderung durch Vorgesetzte für geeignet. Rund 60 Prozent setzen auf eine bessere Ausbildung und Qualifizierung. Auf die Unterstützung durch den Partner baut jede zweite Frau. Für eine Frauenquote in Unternehmen und Organisationen plädieren 60 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer.
Freitag, 14. Mai 2010
Studie: Beschäftigungsrelevante Aspekte in den Konjunkturpaketen für Frauen und Männer
Meine Expertise für die Hans-Böckler-Stiftung „Gender in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Beschäftigungsrelevante Aspekte in den Konjunkturpaketen für Frauen und Männer“ ist jetzt online abrufbar: http://www.genderworks.de/genderservice/
Gerne stelle ich die Studie auch im Rahmen eines Vortrags oder als Diskussionsbeitrag bei einer Veranstaltung vor. Dazu auf einen Blick:
Als Intervention auf die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Bundesregierung zwei Konjunkturpakete mit insgesamt 193 Mrd. Euro verabschiedet. Da eines der Ziele die Sicherung der Beschäftigung ist, stellt sich unter Gendergesichtspunkten die Frage, wie sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen und Männer davon begünstigt oder benachteiligt sind. Zusammengefasst sind die Ergebnisse:
- Die Konjunkturpakete kommen überwiegend Branchen mit höherem Männer- als Frauenanteil zugute. Zugespitzt können zu 72 Prozent männliche und zu 28 Prozent weibliche Beschäftigte begünstigt sein.
- Trotz der beschäftigungsrelevanten Maßnahmen der Konjunkturpakete ging die Beschäftigung in den geförderten männerdominierten Branchen 2009 zurück.
- Auch ohne stützende Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen nahm die Beschäftigung in frauendominierten Wirtschaftszweigen beziehungsweise Branchen zu.
- Der als moderat bezeichnete Rückgang der Beschäftigung in der Krisenzeit ist unter anderem auf die Entstehung neuer (zum Teil Teilzeit- und geringfügiger) Beschäftigung in frauendominierten und konjunkturunabhängigen Wirtschaftszweigen zurückzuführen, die von den Konjunkturpaketen nicht erfasst wurden.
- Es ist zu befürchten, dass die frauentypischen Branchen zeitversetzt von der Wirtschaftskrise betroffen sein werden, wenn steuerliche Mindereinnahmen der öffentlichen Hand und nachlassende Binnennachfrage aufgrund steigender Arbeitslosigkeit zu Sparmaßnahmen führen.
Mit dem Auslaufen vieler Maßnahmen der Konjunkturpakete Ende 2010 ist es jetzt von Bedeutung, über Handlungsoptionen zu diskutieren, wie wirtschafts- und beschäftigungspolitische Perspektiven geschlechtergerecht gestaltet werden können.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung. Viele Grüße, Gaby
----------------------------------
GenderworkS Dr. Gabriele Schambach
Pappelallee 43 10437 Berlin T: 030 214 69 004 M: 0179 465 87 51
E: schambach@genderworks.de
http://www.genderworks.de/
Gerne stelle ich die Studie auch im Rahmen eines Vortrags oder als Diskussionsbeitrag bei einer Veranstaltung vor. Dazu auf einen Blick:
Als Intervention auf die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Bundesregierung zwei Konjunkturpakete mit insgesamt 193 Mrd. Euro verabschiedet. Da eines der Ziele die Sicherung der Beschäftigung ist, stellt sich unter Gendergesichtspunkten die Frage, wie sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen und Männer davon begünstigt oder benachteiligt sind. Zusammengefasst sind die Ergebnisse:
- Die Konjunkturpakete kommen überwiegend Branchen mit höherem Männer- als Frauenanteil zugute. Zugespitzt können zu 72 Prozent männliche und zu 28 Prozent weibliche Beschäftigte begünstigt sein.
- Trotz der beschäftigungsrelevanten Maßnahmen der Konjunkturpakete ging die Beschäftigung in den geförderten männerdominierten Branchen 2009 zurück.
- Auch ohne stützende Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen nahm die Beschäftigung in frauendominierten Wirtschaftszweigen beziehungsweise Branchen zu.
- Der als moderat bezeichnete Rückgang der Beschäftigung in der Krisenzeit ist unter anderem auf die Entstehung neuer (zum Teil Teilzeit- und geringfügiger) Beschäftigung in frauendominierten und konjunkturunabhängigen Wirtschaftszweigen zurückzuführen, die von den Konjunkturpaketen nicht erfasst wurden.
- Es ist zu befürchten, dass die frauentypischen Branchen zeitversetzt von der Wirtschaftskrise betroffen sein werden, wenn steuerliche Mindereinnahmen der öffentlichen Hand und nachlassende Binnennachfrage aufgrund steigender Arbeitslosigkeit zu Sparmaßnahmen führen.
Mit dem Auslaufen vieler Maßnahmen der Konjunkturpakete Ende 2010 ist es jetzt von Bedeutung, über Handlungsoptionen zu diskutieren, wie wirtschafts- und beschäftigungspolitische Perspektiven geschlechtergerecht gestaltet werden können.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung. Viele Grüße, Gaby
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GenderworkS Dr. Gabriele Schambach
Pappelallee 43 10437 Berlin T: 030 214 69 004 M: 0179 465 87 51
E: schambach@genderworks.de
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Donnerstag, 13. Mai 2010
Geschlechterkampf von rechts ?
In den letzten Jahren ist wieder neuer Schwung in die Männerbewegung gekommen und sie ist unübersichtlicher geworden. Ein Zweig der Bewegung engagiert sich zum Beispiel dafür, die Position der Väter zu stärken. Denn gerade im Trennungsfall wird meistens Müttern das Sorgerecht zugesprochen, den Vätern wird teilweise sogar das Besuchsrecht untersagt. Gegen diese Tendenz kämpfen die Vätergruppen der Männerbewegung zu Recht.
Einen ganz anderen Zweig der Männerbewegung hat Thomas Gesterkamp kritisch untersucht. Der promovierte Politikwissenschaftler und Journalist hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zu Denkfiguren und Akteuren der sogenannten Männerrechtler verfasst.
Geschlechterkampf von rechts lautet der Titel der Expertise
http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf
Einen ganz anderen Zweig der Männerbewegung hat Thomas Gesterkamp kritisch untersucht. Der promovierte Politikwissenschaftler und Journalist hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zu Denkfiguren und Akteuren der sogenannten Männerrechtler verfasst.
Geschlechterkampf von rechts lautet der Titel der Expertise
http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf
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